Wie kann man selbständig sein, ohne sich kaputtzumachen?

Diesen Artikel durfte ich als Gastbeitrag für http://startupwissen.biz schreiben.

Ein Unternehmen zu gründen klingt zunächst sehr verlockend: Du hast die Chance, eigene Ideen zu verwirklichen, frei zu entscheiden und mit deiner Arbeit einen echten Unterschied zu machen. Doch es braucht weit mehr als die Anfangsmotivation, um langfristig erfolgreich zu sein.

Stress, permanenter (finanzieller) Druck, schnelle Entscheidungen und Überforderung sind Teil des Unternehmeralltags und können dazu führen, dass deine Vision zur Belastung wird.

Je schneller du lernst, dass Herausforderungen ein natürlicher Teil des Prozesses sind, desto leichter fällt es dir, trotz Rückschlägen dranzubleiben. Wie kannst du also gründen, ohne auszubrennen? Wie schaffst du es, die täglichen Anforderungen fokussiert zu erledigen, ohne fremdbestimmt durch den Tag zu hetzen? Und was brauchst du, damit dir auch langfristig genug Energie zur Verfügung steht?

Genau darum geht es in diesem Artikel. Hier findest du 10 essenzielle Tipps, um deinen Gründungsprozess gesund und erfolgreich zu gestalten.

 (In diesem Artikel fließen Erkenntnisse aus der High Performance Forschung des High Performance Institute mit ein)

  1. Mehr Klarheit schaffen 

Klarheit ist wie ein innerer Kompass, der dir in deinem Gründeralltag die Richtung weist. Wenn du genau weißt, warum du gründest und was du erreichen möchtest, triffst du bessere Entscheidungen und lässt dich weniger von äußeren Einflüssen oder Zweifeln aus der Bahn werfen. Statt hektisch von To-do zu To-do zu springen, bleibst du fokussiert und lenkst deine Energie genau dorthin, wo sie wirklich gebraucht wird.

Ein starkes Fundament für dein Unternehmen beginnt also mit der Frage nach deinem „Warum“. Überlege dir:

  • Warum möchtest du gründen?

  • Was treibt dich an?

Klarheit bedeutet aber nicht nur, dass du dein Warum kennst und deine Ziele festlegst. Es geht auch darum, wie du dich als Unternehmer erleben willst und welche Werte du vertrittst. Frage dich:

  • Wer willst du sein?

  • Wie willst du andere behandeln?

  • Wie möchtest du dein restliches Leben gestalten?

  • Was sind deine Erfolgsmerkmale?

Je konkreter und bewusster du diese Punkte für dich formulierst, desto leichter wirst du merken, wann du „im Flow“ bist und wann du nachsteuern solltest. So wird dein Warum zur verlässlichen Orientierung – gerade dann, wenn du viel Stress hast. Gleichzeitig kannst du Ablenkungen leichter ausblenden, dich auf das Wesentliche konzentrieren und fundierte Entscheidungen treffen.

2. Energie managen: Deine wichtigste Ressource und oberste Priorität

Als Gründer brauchst du körperliche und mentale Fitness. Gutes Energiemanagement ist kein „nice to have“, sondern die Grundlage dafür, dass du langfristig leistungsfähig bleibst und deine Ziele wirklich umsetzen kannst.

  • Körperliche Routinen: Plane Sport, tägliche Bewegung und ausreichend Schlaf fest in deinem Kalender ein. Das sind die effektivsten Mittel, um Stresshormone abzubauen und dir den nötigen Ausgleich zu verschaffen.

  • Mentale Routinen: Gönn dir regelmäßige Pausen und sorge für bewusste Auszeiten. Das hält dich sortiert im Kopf, hilft dir, Probleme klar zu sehen und verhindert impulsive Fehlentscheidungen.

Gerade hier knüpft der Aspekt der mentalen Energie an: Sie entscheidet, wie fokussiert, innerlich ruhig und klar du in stressigen Situationen bleibst. Wenn du lernst, dich nicht in Katastrophenszenarien oder Selbstzweifeln zu verlieren, sondern stattdessen schnell abzuschalten, deine Learnings zu reflektieren und dich auf Lösungswege zu konzentrieren, baust du langfristig eine hohe Stressresilienz auf. Das alles verhindert unnötiges Drama und lässt dich bei Rückschlägen konsequent weitergehen.

3. Produktiv arbeiten: Fokus setzen statt Multitasking

Produktiv zu arbeiten, heißt: Du beschäftigst dich mit den richtigen Themen, die auf dein größeres Ziel einzahlen. Es heißt nicht, nur beschäftigt zu sein.  Konzentriere dich auf die Aufgaben, die wirklich einen Unterschied machen und den größten Einfluss auf deinen Fortschritt haben. 

Starte damit: 

  • Klare Tagesstruktur: Plane realistisch, was zeitlich möglich ist. Zu viel auf einmal führt nur zu Frust und das Gefühl, nie genug zu schaffen.

  • Begrenze deine Aufgaben: Statt endloser To-do-Listen setze dir ein bis drei klare Schwerpunkte pro Tag.

  • Entscheide bewusst, was du nicht tust: Es ist eine Illusion, alles erledigen zu können – genau diese Illusion erzeugt unnötigen Druck. Frage dich täglich:
    Was mache ich heute ganz bewusst nicht?

4. Selbstregulation: Dein wichtigstes Werkzeug

Selbstregulation bedeutet, deine Emotionen, Gedanken und Handlungen bewusst zu steuern – auch in stressigen Situationen. Gerade als Gründer ist das essenziell, um dich nicht von äußeren Einflüssen überrollen zu lassen.

Was kannst du also tun, um ruhig zu bleiben, wenn es wild wird? 

  • In Bewegung kommen: Geh spazieren, mach eine kurze Sporteinheit oder dehne dich – Bewegung beruhigt dein Nervensystem und schafft emotionalen Abstand zum Problem. 

  • Mentale Ruhe bewahren: Zoome raus und frag’ dich: Was denke ich gerade? Wie bewerte ich die Situation? Ist das wirklich so? Was kann ich tun, um das Thema einen Schritt voranzubringen? Dadurch entsteht Abstand und du nimmst dir Zeit, aus der Vogelperspektive auf die Situation zu blicken. 

  • Atemübungen & Achtsamkeit: Ein paar tiefe Atemzüge oder eine verlängerte Ausatmung sind wirksam, wenn dich die Hektik des Tages einholt.

  • Reflexion & Journaling: Nimm dir Zeit, deine Verhaltensmuster und Auslöser zu erkennen. So kannst du schneller gegensteuern, bevor Stress eskaliert. 

5. Keine Entscheidungen treffen im gestressten Zustand

Wenn du müde und ausgelaugt bist, erscheinen dir die täglichen Herausforderungen doppelt so schwer. Stress beeinträchtigt unsere Fähigkeit, klar zu denken und rationale Entscheidungen zu treffen. Dadurch läufst du Gefahr, impulsiv zu handeln und wichtige Aspekte zu übersehen oder falsch zu beurteilen. 

Genau deshalb sind deine Energie und regelmäßige Pausen sehr wichtig: Du kannst dich erholen und wieder klarer auf die Situation blicken. Was auch hilfreich ist: Tausche dich mit einer anderen Person aus, die dich unterstützt und zuversichtlich ist. 

Wenn du das Gefühl hast, du bist wieder innerlich ruhiger, nimmst du dir das Problem vor. 

Stressmanagement für High Performer und Führungskräfte

6. Entwickle ein Growth Mindset und werde dadurch zuversichtlicher

Zuversicht bedeutet, du glaubst an ein Ergebnis, was noch nicht da ist. Du vertraust dir und deinen Fähigkeiten. Diese innere Einstellung hat einen großen Einfluss darauf, ob du Herausforderungen meisterst oder daran scheiterst.

Arbeite aktiv daran, ein Growth Mindset zu entwickeln: Sieh Fehler als Lernchance, fokussiere dich auf Lösungen statt auf Probleme und richte deinen Blick auf das, was du bereits geschafft hast. 

Das braucht tägliches Training, damit sich dein Gehirn daran gewöhnt, die kleinsten Erfolgserlebnisse zu erkennen. Das wiederum hat einen großen Einfluss auf deine Energie und die Motivation, weiterzumachen.

7. Perfektionismus ist fehl am Platz

Perfektionismus verhindert Fortschritt und ist kein edles Laster. 

Ganz im Gegenteil: Oft versteckt sich dahinter, eine große Angst, dass deine Fehler und dein Scheitern gesehen werden. 

Gerade in der Gründungsphase ist es wichtiger, ins Handeln zu kommen, als jedes Detail perfekt auszuarbeiten. Fehler sind Teil des Prozesses und liefern dir wertvolle Erkenntnisse. Statt dich in Kleinigkeiten zu verlieren, fokussiere dich auf Fortschritt und Umsetzung.

8. Regelmäßige Reflexion: Fortschritte überprüfen

Reflexion hilft dir, zu erkennen, ob du auf dem richtigen Weg bist und ob du deine Ressourcen sinnvoll einsetzt. 

 Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Was habe ich heute gelernt?

  • Welche Situationen haben mir Energie geraubt und warum?

  • Wo konnte ich Erfolge feiern – und habe ich sie wahrgenommen?

  • Sind meine heutigen Entscheidungen im Einklang mit meinen langfristigen Zielen?

  • Was kann ich morgen anders angehen, um weiter zu wachsen?

Nutze die Fragen, um Klarheit zu bekommen und Korrekturen vorzunehmen.  

9. Selbstfürsorge priorisieren: Genieße den Weg

Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie beginnt mit der bewussten Entscheidung, den Gründungsprozess so zu gestalten, dass du weiterhin Dinge tust, die dir Freude und Energie schenken.

  • Wohlbefinden als Erfolgsfaktor: Wer sich gut um sich selbst kümmert, bleibt widerstandsfähiger, kreativer und trifft bessere Entscheidungen.

  • Regelmäßiger Ausgleich: Ob Hobbys, Quality-Time mit Freunden oder Familie – all das zahlt direkt auf deine Resilienz ein.

10. Baue ein starkes Netzwerk auf

Oft unterschätzt, aber von unschätzbarem Wert: Menschen, die dich unterstützen. Gerade wenn der Druck steigt, brauchst du Austausch, Feedback und manchmal einfach nur jemanden, der zuhört.

  • Mentor:innen & Coaches: Hol dir Rat von Menschen, die den Weg bereits gegangen sind und ihre Erfahrungen teilen können.

  • Peers & Gleichgesinnte: Vernetze dich mit anderen Gründern. Ihr könnt voneinander lernen und euch gegenseitig unterstützen.

  • Delegation & Outsourcing: Nur weil du gründest, musst du nicht alles selbst machen. Überlege früh, welche Aufgaben du abgeben kannst, um Zeit und Nerven zu schonen.

FAZIT

Ambition allein reicht nicht für eine erfolgreiche Gründung. Nachhaltiger Erfolg fühlt sich nicht nur gut an, er erfordert auch Balance. Wenn du regelmäßig auf deine Energie achtest, klare Entscheidungen triffst und dir bewusst Zeit zur Reflexion nimmst, wirst du Learnings schnell integrieren können.

Gerade beim Gründen ist Eigenverantwortung gefragt – ein bewusstes Leben und konsequentes Handeln im Sinne deiner Ziele und deiner Gesundheit. Das heißt, nicht nur zielgerichtet zu arbeiten, sondern auch achtsam mit dir selbst und deinen Ressourcen umzugehen. Eine gesunde Gründung verlangt Klarheit, Fokus und die Fähigkeit, ehrlich zu reflektieren und Prioritäten zu setzen.

Unternehmertum passiert nicht „einfach so“. Es braucht Intention, ein stabiles „Warum“ und die Fähigkeit, dich selbst zu führen. Selbstfürsorge und Disziplin sind keine Gegensätze – sie gehen Hand in Hand. Je mehr du die genannten Punkte umsetzt, desto stabiler wird dein Fundament. So bleibst du auch in schwierigen Situationen gelassener, siehst mehr Lösungen als Probleme und bist langfristig erfolgreicher.


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Permanent unter Strom? Stressmanagement für High Performer und Führungskräfte