Permanent unter Strom? Stressmanagement für High Performer und Führungskräfte

In meiner Arbeit als Mindful High Performance Coach begegne ich vielen ehrgeizigen Menschen. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: beruflicher Erfolg und erfülltes Privatleben mit viel Zeit und Energie.

Doch der Alltag vieler High Performer:innen ist geprägt von Dauerstress, Überforderung und Zeitdruck.

Effektives Stressmanagement ist daher keine Nebensache, sondern die Grundlage für nachhaltige Energie und Erfolg. In diesem Artikel zeige ich dir praktische Ansätze und erste Schritte, wie du deine Energie zurückgewinnst und resilienter wirst.

Eines ist wichtig, zu sagen:
Echte Veränderung braucht Zeit. Weniger Stress bedeutet nicht nur, Aufgaben effizienter zu bewältigen – es erfordert eine tiefere Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, Mustern und Gewohnheiten. Genau deshalb begleite ich Menschen über mehrere Monate: Damit neue Strategien nicht nur kurzfristig wirken, sondern langfristig zu mehr Leichtigkeit und Erfolg führen.

Zu diesem Thema findest du auch einige Sprachnachrichten von mir in meinem kostenfreien Telegram Kanal. Komm’ gerne dazu!

Warum leiden High Performer unter Stress? 

  1. Leistungsdruck und getrieben sein:
    Leistungsorientierte Menschen neigen dazu, ihren eigenen Wert stark an ihren Erfolgen zu messen. Dieser innere Druck, sich ständig beweisen zu müssen, treibt sie dazu an, immer mehr zu tun und noch besser zu werden. Doch es ist eine Illusion, alles schaffen zu können – ein Anspruch, der unerreichbar bleibt. Anstatt innezuhalten, verstärkt dieser Anspruch, noch mehr zu leisten, was einen unaufhörlichen Kreislauf aus Streben und Selbstoptimierung in Gang setzt. Dieser Kreislauf raubt nicht nur Energie, sondern hinterlässt auch ein Gefühl der Unzufriedenheit, da echte Erholung oder die Anerkennung eigener Erfolge oft auf der Strecke bleiben.

  2. Perfektionismus:
    Der ständige Anspruch, alles perfekt zu machen, erschöpft auf Dauer und verhindert Fortschritt. Perfektionismus ist kein edles Laster, sondern viel mehr die Angst, zu scheitern und dabei beobachtet zu werden.

  3. Überfokussierung auf den Job und die Karriere:
    Die Zeit für Spaß, Hobbys und persönliche Interessen bleibt häufig auf der Strecke, wenn die Arbeit das Leben dominiert. Soziale Kontakte werden weniger und das verstärkt die emotionale Belastung. Plötzlich gibt es nur mehr den Job und alle anderen Lebensbereiche verschwinden.

  4. Fehlender Fokus:
    Ohne klaren Fokus geht nicht nur Effizienz
    verloren – auch die innere Zufriedenheit leidet, da oft das Gefühl entsteht, nichts wirklich abgeschlossen zu haben.

  5. Ständige Erreichbarkeit und fehlende Abgrenzung:
    Ohne klare Abgrenzung gibt es keine echten Pausen. Das Gehirn bleibt im Arbeitsmodus, auch wenn der Laptop längst zu ist. Tiefe Entspannung bleibt auf der Strecke und die wichtige Regeneration fehlt.

  6. Fehlende Regenerationsstrategien:
    Statt echter Erholung lenken wir uns ab, mit Social Media oder Netflix. Dadurch bleibt unser Stresshormon hoch und die Entspannung fehlt.

Stress verstehen: Was passiert im Körper?

Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen oder Bedrohungen. Die Herzfrequenz steigt, die Atmung wird schneller und die Muskeln spannen sich an. Kurzfristig hilft uns diese Reaktion, leistungsfähiger und fokussierter zu sein. Doch wenn der Stresspegel dauerhaft hoch bleibt, können diese Prozesse den Körper belasten, das Immunsystem schwächen und zu Erschöpfung oder chronischen Erkrankungen führen.

Stressmanagement bedeutet also nicht nur, die Symptome zu lindern, sondern auch, diese Reaktion und Ursachen besser zu verstehen und gezielt gegenzusteuern.

Stress ist mehr als nur äußere Belastung durch Zeitdruck oder Arbeitslast. Unsere inneren Prozesse – Gedankenmuster, Gewohnheiten und Erwartungen – spielen eine entscheidende Rolle. Langfristiger Erfolg im Stressmanagement erfordert daher eine bewusste Auseinandersetzung mit diesen inneren Mechanismen. Dadurch können wir auf Dauer unsere eigene Resilienz erhöhen und innerlich stärker werden.

Nur wer seine individuellen Stressfaktoren erkennt und an den Ursachen ansetzt, kann Erschöpfung vermeiden und die eigenen Energiequellen stärken.

Stressmanagement für Führungskräfte

Effektive Strategien für Stressmanagement 


1. Ehrliche Selbstreflexion.

Stressmanagement beginnt mit Klarheit: Der erste Schritt, um Stress zu reduzieren und innerlich zur Ruhe zu kommen, ist ehrliche Selbstreflexion. Sich selbst einzugestehen, was wirklich funktioniert und wo man sich vielleicht übernimmt, erfordert Mut – doch es ist der Schlüssel zu echter Veränderung. Gleichzeitig bedeutet diese Ehrlichkeit und Akzeptanz nicht, sich mit der Situation abzufinden, sondern sie klar und ohne Widerstand anzuerkennen. Nur wenn wir die Realität so sehen, wie sie ist, können wir gezielt handeln, anstatt Energie darauf zu verschwenden, gegen unveränderliche Umstände anzukämpfen. Das ermöglicht es, fokussiert Entscheidungen zu treffen und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt.

Frag dich:

  • Womit müsste ich beginnen oder sofort aufhören, wenn ich wirklich ehrlich bin?

  • Was mache ich ab heute nicht mehr?

  • Sind meine Ansprüche an mich selbst realistisch? Wofür muss ich mir mehr Zeit nehmen?

Diese Fragen helfen, Klarheit zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen.


2. Klare Prioritäten und Mut zur Lücke.

Welche Aufgaben bringen dich voran, und welche rauben dir Energie?

Nicht alles muss perfekt sein, und nicht alles muss sofort erledigt werden. Klare Prioritäten zu setzen bedeutet, sich bewusst auf die wirklich wichtigen Aufgaben zu konzentrieren und dabei loszulassen, was weniger relevant ist.

Der Mut zur Lücke ist dabei ein entscheidender Faktor: Anstatt zu versuchen, überall und jederzeit alles zu schaffen, setzt du klare Grenzen und akzeptierst, dass manche Dinge unvollständig bleiben dürfen. Das ist kein Scheitern, sondern eine bewusste Entscheidung für Fokus und Balance. Nur so kannst du deine Energie auf das lenken, was für dich persönlich und beruflich den größten Unterschied macht – und dabei deine innere Ruhe bewahren.

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, bewusst "Nein" zu sagen und mir Freiräume zu schaffen. Als Unternehmerin könnte ich ständig arbeiten, doch ich priorisiere, was wirklich wichtig ist und was auf mein wichtigstes Ziel einzahlt.

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3. Abgrenzung und klare Kommunikation.

Grenzen zu setzen ist essenziell, um Stress zu reduzieren und Raum für die wirklich wichtigen Dinge zu schaffen. Ob im beruflichen Umfeld oder privat: Es ist wichtig, deinem Gegenüber offen mitzuteilen, was du leisten kannst und wo deine Kapazitäten enden. Ehrliche und transparente Kommunikation schafft Verständnis und verhindert unrealistische Erwartungen.

Grenzen zu setzen, ist Selbstfürsorge – und eine Grundlage für langfristige Balance.


4. Regelmäßige Bewegung und Sport

Ob ein Spaziergang, Joggen oder Yoga – bereits 20 Minuten am Tag genügen, um Stresshormone wie Cortisol zu reduzieren und dein Wohlbefinden spürbar zu steigern.

Für mich persönlich ist Sport ein unverzichtbarer Bestandteil meines Alltags. Ich trainiere 5–6 Mal pro Woche, sei es im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder mit einer Yoga-Session. Diese Routinen habe ich über Jahre hinweg etabliert, und sie bilden die Grundlage meines Stressmanagements.

Blockiere dir feste Zeitfenster in deinem Kalender, um Bewegung zur Priorität zu machen. Plane deine Sporteinheiten so, wie du auch wichtige Meetings planst – verbindlich.

5. Auf die innere Stimme hören: Intuition und Bedürfnisse ernst nehmen

Ein wichtiger Schritt zu einem stressfreieren Leben ist, der eigenen Intuition und den eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben. Immer wieder merke ich im Coaching, wie wenig wir das lernen: Uns selbst und unsere innere Steuerung ernst zu nehmen und danach zu handeln.

Es ist diese innere Klarheit, die so wertvoll ist: Sie hilft uns, Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit unseren Werten und unserem Wohlbefinden stehen. Statt ständig im Außen Bestätigung zu suchen oder uns von Erwartungen anderer treiben zu lassen, gewinnen wir durch das Vertrauen in unsere Intuition eine tiefere Verbindung zu uns selbst. Das gibt Orientierung für ein Leben, das wirklich zu uns passt.

6. Mentale Weiterentwicklung: Glaubenssätze hinterfragen

Tiefe persönliche Weiterentwicklung ist ein Muss für ein erfolgreiches Stressmanagement.

Unsere inneren (unbewussten) Überzeugungen beeinflussen, wie wir fühlen und handeln. Sie bestimmen, ob wir uns unter Druck setzen, ständig „perfekt“ sein wollen oder glauben, alles allein schaffen zu müssen. Sie bestimmen auch, wie wir auf bestimmte Situationen reagieren: mit Druck, Stress und Hektik oder innerer Ruhe, weil wir ein starkes inneres Fundament haben.

Für High Performer:innen und Führungskräfte ist es entscheidend, sich von inneren Antreibern wie zum Beispiel „Ich darf keine Schwäche zeigen“ zu lösen und stattdessen daran zu arbeiten, dass Scheitern und Risiken zu dem Job gehören.

Dieser Veränderungsprozess ist nicht immer einfach. Es erfordert tiefere innere Arbeit, sich mit den Wurzeln dieser Überzeugungen auseinanderzusetzen, sie zu erkennen und Schritt für Schritt zu transformieren. Es braucht Geduld, Selbstreflexion und meist auch professionelle Unterstützung, um die blinden Flecken zu erkennen.

Mentale Weiterentwicklung ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für nachhaltiges Stressmanagement. Sie ermöglicht es, mit Herausforderungen bewusst und souverän umzugehen und ein Leben zu führen, das nicht nur von Leistung, sondern auch von innerer Balance geprägt ist.

7. Gesunde Lebensweise und Selbstfürsorge im Alltag:

  1. Routinen schaffen: Plane feste Zeiten für Erholung, Bewegung und gesunde Mahlzeiten in deinen Tag ein, damit sie nicht durch die Hektik des Alltags verloren gehen.

  2. Digital Detox: Lege bewusst „offline“-Zeiten fest, in denen du dich von digitalen Ablenkungen und ständiger Erreichbarkeit löst, um den Kopf freizubekommen.

  3. Achtsame Auszeiten: Gönne dir kurze Momente der Stille, sei es durch Meditation, Journaling oder einfaches Innehalten. Diese Mini-Pausen helfen, wieder bei dir selbst anzukommen.

  4. Entspannungstechniken und Achtsamkeit: Nutze Methoden wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga, um dein Nervensystem zu beruhigen und innere Ruhe zu finden. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen stärken zudem die Fähigkeit, bewusst im Moment zu sein und Stress abzubauen.

Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine bewusste Entscheidung, die eigene Energiequelle zu schützen und aufzufüllen. Wer sich selbst gut behandelt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und ein erfülltes Leben.


8. Mehr als nur Arbeit. Neue Erfahrungen, Spaß und Vielfalt als Schlüssel für Stressmanagement.

Wenn dein Leben nur mehr aus Arbeit besteht, wirst du bald den Sinn hinterfragen. Andere Fokusse, Hobbys, Freizeit und Spaß helfen dabei, neue Perspektiven zu haben und nicht ins Drama zu verfallen bei jeder Herausforderung. Diese Aktivitäten müssen auch geplant werden und vor allem eine Prio haben.


FAZIT:

Stress ist individuell und dein Umgang damit auch.

Effektives Stressmanagement ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der Geduld, Selbstreflexion und bewusste Entscheidungen erfordert. Kleine, nachhaltige Schritte machen den Unterschied: Priorisiere, was wirklich zählt, gönne dir Pausen, höre auf deine Intuition und gestalte dein Leben vielseitig und erfüllend.

Du bist der Hauptakteur in deinem Leben. Niemand außer dir kann die Verantwortung für deine Energie und dein Wohlbefinden übernehmen. Beginne noch heute, aktiv an deinen Gewohnheiten zu arbeiten und erste Veränderungen umzusetzen – für ein Leben, das nicht nur leistungsfähig, sondern auch stressfrei und zufrieden ist.

Du möchtest gezielt an deinem Stressmanagement arbeiten und wieder mehr Leichtigkeit und Energie in dein Leben bringen?

In meinem Coaching entwickeln wir individuelle Strategien, die auf deine Bedürfnisse und Herausforderungen zugeschnitten sind. Gemeinsam arbeiten wir mit einem wissenschaftlich erforschten Prozess, der fundierte Methoden aus der High Performance Forschung, Neurobiologie und Stressbewältigung integriert. Dieser Ansatz hilft dir, dein volles Potenzial zu entfalten, ohne dich dabei auszubrennen.

Dafür buch dir einfach ein unverbindliches Erstgespräch und wir schauen uns deine Situation zusammen an.

Wie gehst du mit Stress um? Hast du Strategien, die für dich besonders gut funktionieren? Teile deine Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren – ich freue mich, von dir zu lesen!


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